Zurück

Der Aal ( Anguilla anguilla )

Ein absoluter Feinschmecker unter den Fischen ist der Aal.Es ist ein weit verbreiterter Irrtum das der Aal ein Aasfresser ist, das Gegenteil ist der Fall. Zu unterscheiden sind zwei Varianten des Aals, die sich entsprechend dem vorkommendem Nahrungsangebot entwickeln. Diese sind deutlich an Ihrer Kopfform zu unterscheiden , entsprechend ist auch die Namensgebung : 1) Der Spitzkopfaal : Diese Variante ernährt sich vernehmlich von Würmern,Larven, Fischlaich oder kleinen Krebsen. 2) Der Breikopfaal : Spezialisiert auf grössere Beute wie Kleinfische, hat der Breitkopfaal ein grösseres Maul entwickelt, was in einen breiteren Schädel resultiert.
Durch Beobachtungen wurde festgestellt, das bei grossen Kleinfischbeständen der Breitkopfaal ( auch Raubaal genannt) überwiegend vertreten ist, bei höheren Wurm und Schneckenaufkommen herrscht der Spitzkopfaal zahlenmässig vor.

Vorwiegend in der Dämmerung oder in der Nachtaktiv "läuft" der Aal auch in besonders trüben Gewässern tagsüber.In unseren Gewässern ist der Europäische Aal zu finden, dessen Rückenfloss,Schwanzflosse und Bauchflosse zu einem durchgehendem Flossensaum verwachsen sind. Der All hat ein ziemlich dicke Haut mit sehr kleinen Rundschuppen und wird durch eine dicke Schleimschicht geschützt. Der Rücken des Europäischen Aals ist Schwarz bis Dunkelgrün, die Bauchseite bei jüngeren Aalen ist Gelblich ( sog. Gelbaal ).Mit zunehmendem Alter wird der Bauch weisslich ( sog. Blankaal ) .

Die Grösse des Aal ist bei den Geschlechtern sehr unterschiedlich. Während männliche Aale nur selten ein Maß von 60 Zentimetern erreichen, werden weibliche Tiere bis zu 1,5 Meter lang , aber schon Aale von über einen Meter sind eine absolute Ausnahme.

Lange galt der Lebenszyklus des Aal als ungeklärt, irrtümlicherweise wurde die Aalmutter die zur Familie der Barschartigen gehört als "Ursache" für die Entstehung der Aals verantwortlich gemacht. Mittlerweile weiss man, das der Aal ein katadromischer Wanderfisch ist, der zum Laichen zurück ins Meer wandert. Also das Gegenteil anadromischer Wanderfische , die zur Fortpflanzung in die Flüsse zu Ihren Geburtsstätten aufsteigen wie z.B viele Lachsartige. Alle beginnen Ihr Leben in der Sargassosee , von dort aus beginnen Sie eine lange Wanderung an die Küstenregionen und in unsere Binnengewässer. Die Geschlechtsreife stellt sich bei männlichen Tieren mit einem Alter von 6 bis 9 Jahren ein, Weibchen dagegen erst mit 12 bis 15 Jahren.

Sobald der Paarungsdrang einsetzt, verändert sich der Aal. Er wird vom Gelbaal zum Blankaal, das heisst die gelblich-braune Färbung des Bauches weicht einer weisslichen Farbe. Die Augen vergrössern sich stark und der After zieht sich ein und das Fressen wird stark eingeschränkt. Dieser Umwandlungsprozess zieht sich etwa 4 Wochen hin und danach geht der Aal auf die Reise in des Meer , wo er keine Nahrung mehr aufnimmt und der Verdauungstrakt gänzlich zurückgebildet wird.Bei erreichen seines Ursprung , der Sargassosee, pflanzen sich die Tiere fort und sterben dann.Somit schliesst sich der Leben(kreis)lauf des Aals.

Glasaale gelten im asiatischen Raum als Delikatesse, weswegen sie in großen Mengen vor den europäischen Küsten gefangen werden.Dabei wurden Millionen der Tiere erbeutet.In den letzten Jahren gingen die Fangzahlen dramatisch zurück. Das deutet darauf hin, dass sich der Aal in naher Zukunft von einer einst sehr verbreiteten Fischart zu einer äußerst gefährdeten Art entwickeln könnte.